Thomas Sommer

Das Max Delbrück Center verabschiedet Thomas Sommer

Drei Jahrzehnte hat Thomas Sommer am Max Delbrück Center geforscht und das Zentrum geprägt: als Wissenschaftler, Ombudsmann, Vertreter in Gremien und als kommissarischer Vorstand. Mit einem Symposium zu seinem Lieblingsthema, dem Recyclingsystem der Zelle, sagte das Zentrum am 6. Dezember danke.

Mit einem Fachsymposium verabschiedete das Max Delbrück Center am 6. Dezember 2024 einen Wegbegleiter, der das Zentrum mitgeprägt hat: Professor Thomas Sommer. Anfang der 1990-er Jahre kam er als Juniorgruppenleiter ans Zentrum – und blieb drei Jahrzehnte. Mehrfach war er Ombudsmann für Doktorand*innen. Zwei Mal hat er die kommissarische Leitung des Max Delbrück Centers übernommen, zuletzt 2019 bis 2022. Als Manager und Netzwerker vertrat er es in den verschiedensten Gremien. Nun schlägt er ein neues Kapitel auf: Thomas Sommer ist Geschäftsführer des Institute for Biomedical Translation (IBT) Lower Saxony in Hannover. Das Institut fördert biomedizinische Start-ups in Niedersachsen.

Grundlagenforschung und Anwendung seien nicht zu trennen, sagt Thomas Sommer. Denn fast jede Therapie komme aus der Grundlagenforschung. Diese Haltung hat er in seinen Ämtern am Max Delbrück Center vorangetrieben, die Strukturen dafür mitgeschaffen, dass Forscher*innen einerseits die Grundlagen des Lebens verstehen und andererseits neue therapeutische Ansätze entwickeln können.

Ein Symposium zum Recyclingsystem der Zelle

Sein Forscherleben hat er dem Ubiquitin-Proteasom-System gewidmet, so heißt die Recycling-Zentrale der Zellen in der Fachsprache. Ubiquitin erledigt dabei die Aufgabe eines Etiketts: Es markiert Proteine, die aufgrund verschiedenster Gründe Fehler angehäuft haben und damit funktionslos oder sogar schädlich sind und gibt sie für die Entsorgung frei. Die Zelle zerlegt die markierten Proteine und baut aus den Einzelteilen neue.

Das Recycling-System stand im Mittelpunkt des Symposiums „Targeted proteolysis: From basic discovery to clinical application“ – unter anderem mit Keynotes des Chemie-Nobelpreisträgers Professor Aaron Ciechanover vom Israel Institute of Technology in Haifa und Professor Fleur M. Ferguson, University of California in San Diego. Der Tag voller wissenschaftlicher Highlights und Erinnerungen an die Zusammenarbeit schloss mit einer festlichen Verabschiedung ab – und alle Gäste waren sich einig: Wir werden ihn sehr vermissen!

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Porträtfoto von Thomas Sommer. Foto. Pablo Castagnola

 

Kontakt

Jutta Kramm
Leiterin, Kommunikation
Max Delbrück Center
+49 30 9406-2140
jutta.kramm@mdc-berlin.de oder presse@mdc-berlin.de

Max Delbrück Center

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (Max Delbrück Center) gehört zu den international führenden biomedizinischen Forschungszentren. Nobelpreisträger Max Delbrück, geboren in Berlin, war ein Begründer der Molekularbiologie. An den Standorten in Berlin-Buch und Mitte analysieren Forscher*innen aus rund 70 Ländern das System Mensch – die Grundlagen des Lebens von seinen kleinsten Bausteinen bis zu organ-übergreifenden Mechanismen. Wenn man versteht, was das dynamische Gleichgewicht in der Zelle, einem Organ oder im ganzen Körper steuert oder stört, kann man Krankheiten vorbeugen, sie früh diagnostizieren und mit passgenauen Therapien stoppen. Die Erkenntnisse der Grundlagenforschung sollen rasch Patient*innen zugutekommen. Das Max Delbrück Center fördert daher Ausgründungen und kooperiert in Netzwerken. Besonders eng sind die Partnerschaften mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin im gemeinsamen Experimental and Clinical Research Center (ECRC) und dem Berlin Institute of Health (BIH) in der Charité sowie dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK). Am Max Delbrück Center arbeiten 1800 Menschen. Finanziert wird das 1992 gegründete Max Delbrück Center zu 90 Prozent vom Bund und zu 10 Prozent vom Land Berlin.