Professur für Jan Philipp Junker
Dr. Jan Philipp Junker wurde auf eine W3-Professur am Institut für Pathologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin berufen. Die unbefristete Professur ermögliche es ihm, langfristigere Forschungskooperationen zur Geweberegeneration zu planen, sagt er. „Ich freue mich darauf, meine Forschung in neue Richtungen zu lenken und neue Kooperationen einzugehen.“
Ich freue mich darauf, meine Forschung in neue Richtungen zu lenken und neue Kooperationen einzugehen.
Junker kam 2015 als Nachwuchsgruppenleiter für „Quantitative Entwicklungsbiologie“ an das Max Delbrück Center und ist seit 2022 Dozent an der Charité. Für seine Forschung nutzt er Einzelzellsequenzierung und räumliche Genomik, um besser zu verstehen, wie Gewebe im Zebrafisch nachwächst. Dieses Modell ist besonders interessant, da der Zebrafisch mehrere Organe vollständig regenerieren kann. „Wir nutzen diese Methoden, um die Herkunft der sich regenerierenden Zellen nachzuverfolgen und zu verstehen, wie sie auf Verletzungen ansprechen“, erklärt Junker. Seine Erkenntnisse tragen zum grundlegenden Verständnis der Entwicklungsbiologie des Zebrafisches bei.
Nun möchte er dieses Wissen auf Säugetiersysteme übertragen, deren Regenerationsfähigkeit deutlich begrenzter ist. Aus genetisch veränderten menschlichen Zellen züchtet sein Team Organoide. Damit wollen die Forscher*innen herausfinden, ob man Gewebe aus dem menschlichen Herzen oder der Bauchspeicheldrüse dazu bewegen kann, sich besser zu erholen. „Ich möchte auch verstehen, wie Zellen mechanische Kräfte wie Gewebesteifigkeit oder Scherkräfte wahrnehmen und wie sich diese Veränderungen auf das Zusammenspiel mit benachbarten Zellen auswirken“, sagt er. Die Mikroskopie soll helfen, diese Zellinteraktionen sichtbar zu machen, während Gensequenzierungen Aufschluss darüber geben sollen, wie veränderte mechanische Kräfte die Genregulation beeinflussen.
Zudem spricht er mit Wissenschaftler*innen der Humboldt-Universität zu Berlin über eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung neuer Modelle, die sich die Optogenetik zunutze machen – einer Technik, mit der Gene oder Proteine in Zellen gezielt durch Licht manipuliert werden können. „Es wäre sehr spannend, einzelne Zellen oder kleine Zellverbände innerhalb eines Gewebes gezielt an- oder abschalten zu können und zu beobachten, wie sich ihr Verhalten ändert und welche Folgen das für die Genregulation hat“, sagt Junker.
Durch seine Afilliation zum Institut für Pathologie der Charité hat er außerdem Zugang zu Proben von Patient*innen und kann dadurch seine Forschung verstärkt auf Modelle mit menschlichen Zellen übertragen.
„Ich freue mich darauf, die Spitzentechnologie des Max Delbrück Center auch darauf anzuwenden, um meine Forschung voranzutreiben. Mit modernster Mikroskopie, Einzelzell-Sequenzierung, räumlicher Genomik und Optogenetikkönnen wir die Regeneration menschlichen Gewebes auf eine Weise untersuchen, wie es bisher nicht möglich war.“
Text: Gunjan Sinha
Weiterführende Informationen
- Porträt zu Jan Philipp Junker
- Die Reparaturtricks des Zenbrafischs
- ERC-Consolidator-Grant für Jan Philipp Junker