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GMP-Facility für zelluläre Therapien

Dr. Martin Vaegler

Profil

Die GMP-Facility für zelluläre Therapien stellt unter kontrollierten Bedingungen Zelltherapeutika für klinische Studien her. Sie deckt den gesamten Herstellungsprozess ab, von der Materialeingangskontrolle bis zur Produktfreigabe.

Für den Übergang von der Entwicklung neuartiger Therapieformen  zur klinischen Applikation ist der Schritt in die Arzneimittelherstellung unumgänglich und gesetzlich gefordert. Dabei sind hohe regula­torische Anforderungen an den Herstellungsprozess und das Produkt gestellt, die das anwendungs­fähige Arznei-mittel erfüllen muss. Die intensive Regulation hat dabei das Ziel, eine repro­duzier­bare gute Qualität für die Anwendung am Patienten im Rahmen einer klinischen Studie zu gewährleisten. Die Etablierung eines Herstellprozesses, der nachweislich zu einem qualitativ einwandfreien Produkt führt, ist somit der zentrale Schritt beim Übergang von der Entwicklung neuartiger Therapieformen zur klinischen Applikation.

Für die Herstellung von neuen Therapien auf zellulärer Basis, so genannte Zelltherapeutika, zur humanen Anwendung ist jeweils eine behördliche Erlaubnis erforderlich, die auf den rechtlichen Grundlagen des Deutschen Arzneimittel-gesetzes (AMG) und der Arzneimittel- und Wirkstoff­herstellungs­verordnung (AMWHV) sowie den EU‑Richtlinien der Guten Herstellungs­praxis (Good Manufacturing Practice, GMP) erteilt wird. Der Erlaubniserteilung liegt die Erfüllung sehr hoher Anforderungen an Personal, Betriebsstätte und den Arbeitsabläufen zur Gewährleistung von Sterilität, Qualität und Arzneimittelsicherheit zu Grunde und wird darüber hinaus regelmäßig von der zuständigen Behörde geprüft. Die Verwendung der hergestellten, zellulären Arzneimittel kann dabei von der erstmaligen Anwendung im Rahmen einer klinischen Studie bis hin zur Individualtherapie statt­finden.

Die klinische Prüfung von neuartigen Ansätzen zur Immuntherapie von Patienten hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Die GMP-Facility des ECRC - das Zellkulturlabor für klinische Prüfung - und seine Erfahrung bei der Herstellung von Zellulartherapeutika wird von Naturwissen­schaftlern und Medizinern bei der Durchführung der Prüfung ihrer Therapiekonzepte seit 20 Jahren erfolg­reich genutzt.

Das Zellkulturlabor für Klinische Prüfung (ZKP) ist eine gentechnische Anlage der Sicherheitsstufe 2, verfügt über eine Reinraum­anlage mit drei Produktionslinien und kontrolliert und gewährleistet alle erforderlichen Voraus­setzungen für dessen ordnungsgemäßen Betrieb. Das ZKP bearbeitet außerdem Aufträge von externen Arzneimittelherstellern wie zum Beispiel zur mikrobiellen Monitoring oder zur Qualitäts­kontrolle (Prüfung auf Sterilität).

Konzept

Mit einem Team aus langjährig erfahrenen und hochqualifizierten, geschulten Mitarbeitern steht die GMP-Facility für Projekte mit zelltherapeutischem Ansatz aus dem Max Delbrück Center, der Charité oder auswärtigen Forschungseinrichtungen zur Verfügung.

Dabei stehen für eine Arzneimittelherstellung zunächst die Beratung, Konzeptionierung und Planung des Methodentransfers in das GMP-Umfeld im Vordergrund. Gegebenenfalls werden experimentelle Methoden weiterentwickelt oder neu nach dem aktuellen Stand der Technik zu einem kompletten Herstellungsverfahren einschließlich aller erforderlichen Qualitätskontrollen etabliert. Zudem werden alle qualitäts- und sicherheitsrelevanten Aspekte der Herstellung und Qualitätskontrolle vom ZKP abgedeckt. 

Dies sind beispielsweise: Eingangs­kontrolle der Ausgangsmaterialien, Prüfung auf Keimfreiheit verwendeter Medien und Materialien, Durchführung von Inprozess- und Endkontrollen wie Nachweis von Sterilität bzw. der Abwesen­heit von Mykoplasmen und Endotoxinen (externe Prüfung), Kryokonservierung und Lagerung bis zum Zeitpunkt der klinischen Applikation oder die Freigabe zur Verwendung und der Transport der Produkte. Die abschließende Validierung des vollständig etablierten Herstellungsprozesses sowie der umfassenden Qualitätskontrolle leitet dann den projektbezogenen Antrag auf Erteilung der Herstellungserlaubnis beim Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) ein. Diesem Antrag folgt eine Behörden­inspektion, im Zuge derer alle erforderlichen Voraus­setzungen für die jeweilige Arzneimittelherstellung geprüft werden. Das ZKP legt dabei großen Wert auf eine sehr enge, vertrauensvolle Zusammen­arbeit mit den Aufsichtsbehörden vom Start des Projektes bis zum Ende der klinischen Prüfung. 

Ein genehmigtes Herstellungsverfahren für Immun- und Gentherapeutika kann vom ZKP für klinische Studien der Phasen I und II umgesetzt werden. Dafür stehen die qualifizierten Räumlichkeiten der Betriebsstätte samt seinen Geräten und etablierten Verfahren, aber auch das sorgfältig geschulte Personal ohne zusätzliche finanzielle Aufwendungen für den Auftraggeber zur Verfügung. Projektabhängige Investitionen in Geräte, Prozessetablierung und Materialbewirtschaftung sind hingegen vom Auftrag­geber zu tragen.

Technologien

Die erste Herstellungserlaubnis erlangte das ZKP im Jahr 1998. Seitdem wurden die Räumlichkeiten mehrfach baulich verändert. Während dieser Zeit entstand eine GMP-Produktionseinheit mit der Spezialisierung auf aseptische Herstellung von Zelltherapeutika für neuartige Therapien.

Dabei bestanden und existieren vielfältige Zusammenarbeiten mit Partnern aus der Industrie und dem universitären und klinischen Umfeld in zahlreichen Projekten.

Seither hat das ZKP Erfahrungen mit einschlägig etablierten oder erst jüngst verfügbaren, hoch spezialisierten und aufwendigen Technologien, wie die hier beispielshaft genannten:

  • Zellkulturverfahren in Flaschen und Wannenstapeln
  • Automatisierte Systeme und Bioreaktorverfahren: Xuri Cell Expansion System W25 (Beutelkultur) und CliniMACS plus (Depletion und Anreicherung)
  • Schlauchschweißtechniken für PVC-Verbindungen bei geschlossenen Systemen mittels TSCD-II und CompoSeal Mobilea II
  • Betrieb des automatisierten Nachweissystems BACT/ALERT 3D Combo 120 zur Prüfung auf Sterilität gemäß Ph. Eur. 2.6.27
  • Kryokonservierung in Bags und Vials und Lagerung in der Gasphase über flüssigem Stickstoff und Zellbankmanagement
  • Stammhaltung von Referenzkeimen nach Ph. Eur. und Kontrollkeimherstellung für mikrobiologisches Reinraummonitoring, Sterilitätsprüfung etc.
  • Durchflusszytometrische Analysen mittels MACSQuant10
  • qPCR-Methode mit QuantStudio 5, z.B. zur Bestimmung der Vektorkopienzahl von transduzierten Zellen

Team

Das ZKP beschäftigt einen gewachsenen Kreis von Mitarbeiter*innen aus spezialisierten technischen und wissenschaftlichen Fachkräften.

Die Planung, Vorbereitung und Durchführung aller Prozesse erfolgt nach der erforderlichen Trennung der Bereiche von Herstellung und Qualitätskontrolle. Die fortlaufende Entwicklung und Etablierung von neuen Prozessschritten stützt sich dabei auf ein bestehendes hohes Level an Genauigkeit, Zuverlässigkeit und Sachkunde aller Mitarbeiter. Qualität und Sicherheit haben höchste Priorität und entsprechen den aktuell geltenden Regularien.

Mitarbeiter der GMP-Facility: Martin Vaegler, Carina Engel, Constanze Schwarz, Hana Rauschenbach, Julia Neubert, Antje Huth, Joachim Kopp und Carola Vogler (v.l.n.r.)

Jobs

Hier finden Sie zum gegebenen Zeitpunkt die Veröffentlichung etwaiger Stellenangebote.

Bei einschlägiger GMP-Qualifikation können Sie gerne auch jederzeit initiativ Kontakt zu uns aufnehmen.

man

Dr. Martin Vaegler
Leitung der GMP-Facility
Leitung der Herstellung
Sachkundige Person
QM/QS-Beauftragter

Telefon +49 030 450 540 383
martin.vaegler@charite.de

 

M.Sc. Hana Rauschenbach
Leitung der Qualitätskontrolle
Sachkundige Person
Telefon +49 030 450 540 403
hana.rauschenbach@charite.de

 

Dipl.-Ing. Janet Glas
Stellv. Leitung der Qualitätskontrolle
Beauftragte für Beanstandungen und Rückrufe
Telefon +49 030 450 540 381
janet.glas@charite.de

 

Carola Vogler
MTA HE
Telefon +49 030 450 540 405
carola.vogler@charite.de

 

Constanze Keuchel
MTA QK
Telefon +49 030 450 540 385
constanze.keuchel@charite.de

 

Julia Neubert
MTA QK
Telefon +49 030 450 540 385
julia.neubert@charite.de